Chronik des Ski-Clubs II

Ein Meilenstein in der Geschichte des Nordschwarzwälder Skilaufens war die Vergrößerung des Skigeländes auf der Hundseck.

Unter der Leitung von Bezirksobmann Emil Ritzinger, Baden-Baden, fand im Kurhaus Hundseck eine Besprechung mit Zweck und Ziel, die Erweiterung des Skigeländes Hundseck, statt.

Mit Genehmigung der Forstverwaltung und Unterstzung der Gemeinden Baden-Baden, Bühl, Bühlertal und Ottersweier kam eine Vereinbarung zustande. Die Gemeinden Baden-Baden, hl und Bühlertal sollten jährlich den Wert von fünf Festmeter Holz als Pacht an die Gemeinde Ottersweier entrichten. Im September 1949 fielen auf Hundseck die Bäume.

Ei
ne weitere Bereicherung für den NordschwarzwaId war die Erbauung der "Nordschwarzwald-Schanze" auf dem erweiterten Skigelände nach den Plänen von Diplom-Ingenieur Emil
Ritzinger, Baden-Baden. Dieses Vorhaben konnte nur in Zusammenarbeit mit den Clubs des Bezirks und dem Skiverband Schwarzwald erfolgen.

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ebaut werden sollte die heute noch bestehende Normschanze mit einem kritischen Punkt von 50 Metern, die aber bereits Sprünge ab 15 Meter zulässt. Eine gre finanzielle Unterstützung bedeutete die Anerkennung des Vorhabens als förderungswürdige Notstandsarbeit.
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ie schwierige Finanzierung lag hauptchlich beim Skiverband Schwarzwald, den Gemeinden und staatlichen Stellen.

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nter der Oberbauleitung von Diplom-Ingenieur Emil Ritzinger, Baden-Baden, und unter der Bauführung von Bau-Ingenieur Erich Schmidt, Bühlertal, wurde der Bau von der heimischen Baufirma Josef Seebacher & Söhne ausgeführt.

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esonders der Aufsprung bereitete infolge des zähen Moränebodens und des Felsgesteins große Schwierigkeiten, doch die Schanze wurde rechtzeitig vor dem Winter fertiggestellt. 5.500cbm Erde und Fels mussten bewegt werden. Auch der imponierende Kampfrichterturm mit 4 Plattformen - von Diplom-Ingenieur Ross, Achern, statisch berechnet und von Erich Schmidt erbaut, war im Winter einsatzbereit. Insgesamt kostete die Schanzen-Anlage
DM 51.000,-. Während die .Nordschwarzwald-Schanze" fertiggestellt wurde, liefen die Vorbereitungen für die Einweihung und das Eröffnungsspringen. Veranstalter war der Ski-Verband Schwarzwald und Bezirk I Ski-Verband Schwarzwald (Nord).

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it der Durchführung des Springens wurde der Ski-Club Bühlertal beauftragt und die Leitung Dr. Julius Kraus übertragen. Dem Kampfgericht gehörte u.a, Erich Schmidt an. Die technische Leitung hatte Walter Schmidt und als Weitenmesser-Obmann fungierte Heinrich Fritz.
r das Springen waren 63 Teilnehmer gemeldet, darunter 11 Springer der Klasse I von den Clubs des Skiverbandes Schwarzwald, dem Schwäbischen Skiverband und aus Bayern.
Vom Ski-Club Bühlertal nahmen die Springer Siegfried Korber, Erwin Linder, Oswald Kremer, Martin Grab, Bernhard Karcher (alle Klasse 111) und die Jungmannen Hans Karcher und Ernst Steimel teil. Das Eröffnungsspringen fand am 7. Januar 1951 statt. 

5.000 Zuschauer erlebten ein großartiges sportliches Ereignis.
Oswald Kremer als Eröffnungsspringer ging zu früh über die Schanze, so dass der einweihende Pfarrer Schneble sich nur mit einem "Seitensprung" retten konnte.
Als Sieger sah diese Veranstaltung Altmeister und Olympiateilnehmer von 1936 Toni Eisgruber aus Partenkirchen. Sein Name wurde als erster auf dem von der Spielbank Baden-Baden gestifteten Wanderpreis eingraviert. Eine kleine Nachbildung durfte Eisgruber mit nach Hause nehmen.

Im J
ahre 1951 stellte Dr. Kraus sein Amt zurVergung. Die Doppelbelastung – er war gleichzeitig noch Vorsitzender des Turnvereins - wurde für ihn zuviel. Als Nachfolger für den Posten des Vorsitzenden des Ski-Clubs hatte er den Lehrer Fritz Bmmer gewonnen.
Der neue Vorsitzende zeigte durch seine berufliche Vorbildung, wie Kameradschaft und Autorität mit Pädagogik gepaart werden können.

hrend vor dem zweiten Weltkrieg die Wettmpfe im nordischen Bereich (Langlauf und Sprunglauf) lagen, kam nunmehr der alpine Wettkampf (Abfahrtsund Torlauf) immer stärker zum Durchbruch. Bei den Wettmpfen, sowohl alpin als auch nordisch, waren es zunächst die Alten, die den Club vertraten.

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amen wie Heinrich Fritz, Karl Friedrich Fritz, Erwin Linder, Martin Grab, Siegfried Korber, Oswald Kremer, Ernst Steimel, Manfred Kahler, Waldemar Fritz, Hans Karcher und Bruno Ganter waren immer wieder in den Siegerlisten vertreten.

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as Clubleben wurde unter der Führung von Fritz Brümmer weiter ausgebaut. Auch der Werbung neuer Mitglieder war ein großer Erfolg beschieden. Besonders erfolgreich für den Club waren Arnold Müller als Schwarzwaldjugendmeister in der nordischen Kombination und Sonja Fritz als Schwarzwaldmeisterin (alpin).